Wie werden Vaterschaftstests
durchgeführt?
Vaterschaftstests
bzw. -gutachten dienen dazu, zweifelsfrei festzustellen,
ob ein bestimmter Mann der Vater eines bestimmten Kindes
ist.
Der wesentliche
Unterschied zwischen einem Vaterschaftstest und
einem Vaterschaftsgutachten ist in erster Linie
ein formal-juristischer. Wissenschaftlich unterscheiden
sich die beiden Nachweisarten einer Vaterschaft nur geringfügig.
So fordern die Gerichte zwingend eine Genauigkeit von
mindestens 99,99%, die beim Test auch erreicht werden
kann, aber in Einzelfällen geringfügig unterschritten
wird. Vor allem aber muss bei einem Vaterschaftsgutachten
die Identität der betroffenen Personen durch eine autorisierte
Person mittels Ausweis und Fingerabdrücken zweifelsfrei
festgestellt werden.
Bei den heute
üblichen Nachweismethoden werden bestimmte Teile
der DNA, die keine proteincodierenden genetischen Informationen
enthalten, auf den erforderlichen Grad der Übereinstimmung
getestet. Die geschieht mittels der Polymerase-Kettenreaktion
(PCR). In der Regel werden an den genannten DNA-Teilen
von 12 bis 16 Genorte (loci) auf Übereinstimmungen
untersucht. Dabei ist die Genauigkeit beim Nichtvorhandensein
einer Vaterschaft nahezu 100%.
Trotz der bei
Gutachten gerichtlich geforderten Genauigkeit (für das
Vorliegen einer Vaterschaft) von mindestens 99,99%
werden auch bei den Tests vielfach sogar Genauigkeiten
von über 99,997% erreicht. Bei den Tests wird nur nach
der PCR-Methode getestet, bei Gutachten werden - mittlerweile
überflüssigerweise - auch noch Blutgruppentests verlangt.
Diese Blutgruppentests sind aber keine Gentests,
sondern Tests auf bestimmte Proteine. Vaterschaftsgutachten
werden stets anhand einer Blutprobe erstellt.
Vaterschaftstests
werden dagegen in der Regel anhand von Blut, Schleimhautabstrichen
oder Haarwurzeln erstellt. Die am häufigsten verwendete
Methode ist jedoch die, bei der Schleimhautabstriche ausgewertet
werden.
Derartige Vaterschaftstests
werden in zunehmender Weise in Anspruch genommen, da bei
der heutigen liberalen Sexualmoral immer mehr Väter
Zweifel an ihrer Vaterschaft haben. Es gibt Schätzungen,
dass bis zu 5% aller Kinder nicht von dem vermeintlichen
Vater abstammen. Ein Test bietet daher die Möglichkeit,
sich ohne langwierige Gerichtsverfahren Klarheit über
eine Vaterschaft zu verschaffen. Erstaunlicherweise sind
dabei ca. 40% der Kunden Frauen.
Der Test erfolgt unter Verwendung von Abstrichen von der
Mundschleimhautabstrichen von Vater, Kind und möglichst
auch von der Mutter. Können nur Proben von Vater und Kind
untersucht werden (Defizienzfall) ist der Test mit einem
größeren Aufwand - bei möglicherweise
geringfügig geringerer Genauigkeit - bei gleichem
Preis durchführbar.
Die Mundschleimhautabstriche werden mittels Wattestäbchen
gewonnen, die von der den Test vermittelnden Firma zugeschickt
werden. Ein persönliches Erscheinen ist von keiner
der betroffenen Personen erforderlich. Der Test erfolgt
entsprechend den Erkenntnissen der Molekularbiologie nach
der PCR-Methode (=Polymerase-Ketten-Reaktion).
Der angebotene
Test ist eine wissenschaftliche Vaterschaftsanalyse über
den Verwandtschaftsgrad der eingereichten Mundschleimhautproben
- er ist aber, wie erwähnt, im juristischen Sinne
kein Vaterschaftsgutachten. Dies nicht zuletzt
aufgrund der Tatsache, dass nicht ersichtlich ist,
wer der tatsächliche Spender der Speichelproben gewesen
ist.